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Im Seminar Medien und Formate von Inszenierungen beschäftigen wir uns mit Inszenierungen, die ihre Inszeniertheit ausstellen, sei es absichtlich oder unabsichtlich. Dabei ist nicht ausschlaggebend ob es sich um einen einzelnen Moment oder die gesamte Inszenierung handelt. Sobald dieser Bruch passiert, sprechen wir von einer reflexiven Inszenierung.
Ein Beispiel hierfür ist eine Szene aus dem Musical Der König der Löwen in Hamburg. Zazu, Haus- und Hofmeister Mufasas steht vor einem Vorhang, hinter dem Umbauarbeiten stattfinden und plappert vor sich hin. Plötzlich schaut er auf den Vorhang und sagt: “Das sieht ja aus wie ein IKEA-Vorhang.” In diesem Moment durchbricht er die vierte Wand indem er den Vorhang als solchen benennt und nicht daran festhält, dass es sich um die Savanne Afrikas handelt. Dem Zuschauer wird vor Augen geführt, dass er sich in einer Inszenierung befindet und dass sich die Akteure dessen durchaus bewusst sind, auch wenn normalerweise so getan wird als ob die Zuschauer nicht da seien.
Reflexivität kann durch verschiedene Techniken entstehen. Innerhalb des Seminars haben wir bisher sechs solcher Methoden unterschieden:
- Die (technischen) Herstellungsbedingungen werden gezeigt
- Die Wahrnehmungsbedingungen werden gezeigt
- Das (absichtliche oder aber auch unabsichtliche) Scheitern von Inszenierungsstrategien
- Das Zitieren von anderen Inszenierungsformaten
- Ein “Schichtenmodell” bei dem mehrere Aspekte vereint werden
- Die Inszenierungsstrategien werden kenntlich gemacht.
Das Beispiel vom Musical Der König der Löwen wäre hierbei zweitens, dem Aufzeigen der Wahrnehmungsbedingungen zuzurechnen.