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In einem Artikel von 2010 über die Politik der Museen in Europa greift Grinell die Repräsentation als Teil der Inszenierung in Museen heraus. Er unterscheidet drei Arten der “representation”:

  1. Vertretung: eine Person, die eine Mehrheit vertritt, durch die sie gewählt wurde. Aufgabe dieser Vertretung ist es die eigenen Interessen denen der Mehrheit unterzuordnen und diese nach außen zu tragen bzw. voranzutreiben.
  2. Darstellung: etwas wird wieder sichtbar gemacht durch Interpretation oder Kopie. Dieser Aspekt der Repräsentation ist ein künstlerischer.
  3. Vorstellung: eine mentale Idee, ein Bild oder ein Verständnis eines Objektes oder Phänomens.

Als Museumsstrategie zu erkennen ist zu aller erst Punkt zwei, die Darstellung von etwas. Doch bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass auch die anderen Aspekte der Repräsentation im Museum zu finden sind. Ein ausgestelltes Objekt wird zur Vertretung einer Mehrheit, es steht für z.B. eine bestimmte Zeitepoche oder Kultur und verweist auf andere Objekte die auch in diese Kategorie gehören, aber nicht ausgestellt wurden. Die Frage, die sich ein Museum stellen muss ist, welches Objekt ist die beste Vertretung seiner Klasse und wird dann aus diesem Grund als Repräsentant gewählt. Auch Grinells dritter Anknüpfungspunkt der Repräsentation, die Vorstellung findet sich im Museum. Jedes Museum hat ein eigenes Leitbild, ein Selbstverständnis das jeder Ausstellungskonzeption zu Grunde liegt und nach außen getragen wird.

Für die Analyse einer Ausstellung oder eines Museums kann Grinells Ansatz deshalb hilfreich sein die Strategien greifbar zu machen und zu kategorisieren.