2013 in review

The WordPress.com stats helper monkeys prepared a 2013 annual report for this blog.

Here’s an excerpt:

A San Francisco cable car holds 60 people. This blog was viewed about 1,100 times in 2013. If it were a cable car, it would take about 18 trips to carry that many people.

Click here to see the complete report.

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Die Facebook-Missionare

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Ich bin nicht bei Facebook. Das in meiner Umgebung zu sagen, vor allem wenn es um den Nutzen von Facebook geht, zieht die immergleiche Debatte nach sich. Man versucht mich zu missionieren, mir klar zu machen, dass ich ja auch so keine Hohheit über meine Privatsphäre und meine Daten habe. Also ist es doch letztlich egal, wenn ich Facebook freiwillig noch mehr Daten in den Rachen werfe.

Heute wurde sogar argumentiert, dass ich dann kein Staatsbürger mehr sein dürfe, weil in meinem Pass ja auch gewisse Daten gespeichert seien. Dass es zwischen diesen Daten und Facebook einen Unterschied gibt, wird dabei unterschlagen. Wer so argumentiert und von mir Konsequenz beim Schutz meiner eigenen Daten verlangt, spricht mir, radikal weiter gedacht, das Recht auf meine Existenz ab. Jetzt beispielsweise gebe ich, freiwillig (!), etwas von mir im Internet preis. Aber schon wenn ich die öffentlichen Nahverkehrsmittel nutze oder selbst beim Auto fahren, beim Internetbanking oder beim durch die Fußgängerzone laufen werde ich erfasst, sprich werden Daten von mir gesammelt. Ergo: konsequent sein, heißt aufhören zu existieren. Selbst in meinem Tod würde ich erfasst werden.

Diese Argumentationsweise geht entsprechend völlig in die falsche Richtung. Es gibt gewisse Dinge, die habe ich nicht in der Hand. Zu existieren heißt, gewisse Regeln anerkennen zu müssen. Deswegen wage ich mich auch trotzdem bedenkenlos aus dem Haus und verlängere meinen Pass, wenn er abläuft. Aber, bei Dingen, die ich in der Hand habe, lasse ich mir mein Recht nicht nehmen, selbst zu entscheiden. So sind in meinem Pass beispielsweise keine Fingerabdrücke gespeichert und ich bin nicht bei Facebook. Es ist ja nicht so, dass ich Facebook nur aus Datenschutzgründen nicht nutze, sondern weil ich für mich selbst darin keinen Sinn, keinen Mehrwert sehe. Wenn Andere einen Mehrwert darin finden, gut, damit habe ich kein Problem. Aber ich habe ein Problem damit, wenn diese Leute mir das Recht absprechen wollen selbst zu entscheiden, ob Facebook für mich einen Nutzen hat oder nicht.

Waren es anfangs mangelndes Interesse an Facebook und auch gewisse datenschutztechnische Bedenken, so ist es inzwischen, bis zu einem gewissem Grad nicht ganz freiwillig, zu einer Form des Protests geworden. Ich weigere mich kategorisch beizutreten, egal wie viele Leute mir glaubhaft machen wollen, dass ich ohne nicht leben kann. Ich sehe es nicht ein, mich dem Druck zu beugen.

Mitglied dieser Gesellschaft zu sein, bedeutet es, sich an gewisse Regeln halten zu müssen, es bedeutet aber auch, das Recht zu haben “Nein” zu sagen. Und genau von diesem Recht mache ich Gebrauch, nicht mehr, nicht weniger.

Der Aufschrei in Deutschland

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Die Sexismusdebatte in Deutschland und der damit verbundene “Aufschrei” ist längst wieder in der Versenkung verschwunden. Nun wurde er noch mal im Rahmen der Re:publica ans Licht gezerrt. Sei’s drum.

Was für mich bleibt, ist der Wunsch der Schockstarre in solchen Momenten mit der Tatkraft und Beherztheit von Chenille aus Save the last dance zu begegnen.

Internetauftritt

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Dieser Blog ist mein Internetauftritt. Auch wenn ich meinen Klarnamen nicht nenne, private Details vermeide und keine Fotos von mir online stelle, können Leute die mich kennen, dennoch rausfinden, dass ich es bin, die hier schreibt. Einfach auf Grund der Themen, die ich aufgreife. Selbst Leute die mich nicht kennen, können durch meine Texte das ein oder andere über mich herausfinden und so ein Bild von mir zusammen setzen, wenn auch ein unvollständiges, da ich einige Puzzleteile zurückhalte.

Wieso überhaupt ein Internetauftritt? Wieso ein Blog, bei dem ich Dinge über mich verrate? Angefangen habe ich nicht mal freiwillig, sondern im Rahmen eines Universitätsseminars. Angefangen habe ich also nicht aus dem Wunsch heraus, für Publikum zu schreiben, zumindest für kein öffentliches. Angefangen habe ich, weil ich musste. Und obwohl ich meine Skepsis mich einer virtuellen Öffentlichkeit auszusetzen nie ganz verloren habe, habe ich das akademische Bloggen zu schätzen gelernt. Noch immer hilft es mir selbst ab und zu, auf meine eigenen alten Beiträge zurückgreifen zu können. Auf dem Blog sind die Inhalte deutlich schneller wieder zu finden, als auf Papier oder als Datei auf dem Computer. Die meisten meiner Posts sind wissenschaftlich, eine Art wissenschaftliches Tagebuch, nicht in der Intension entstanden von Anderen gelesen zu werden. Zwar freue ich mich, wenn ich Anderen mit meinen Gedanken helfen, ihnen einen Anstoß geben kann, lasse mich davon aber nicht leiten. Nur bei den wenigen Texten, bei denen ich die “akademische Bühne” verlasse, würde ich mich über eine Leserschaft freuen, veröffentliche ich doch meine Gedanken, damit sie gelesen werden. Diese Texte handeln von Themen, die mich beschäftigen, die ich teilen möchte, die ich in die Welt “schreien” möchte, damit sie gehört werden.

So ist dieser Blog bis zu einem gewissen Grad eine ambivalente Angelegenheit. Alles in allem ist er für mich ein “wissenschaftliches Tagebuch”. Und trotzdem bleibt er ein Internetauftritt. Mit dem einzigen Unterschied, dass ich nicht interessiert bin, größtmöglichste Aufmerksamkeit zu bekommen. Wollte ich das, müsste ich zu den Ursprüngen dieses Blogs zurück kehren und wieder auf Englisch bloggen.

Fassungslos

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Im Kulturbereich bin ich ja allerhand gewöhnt: unbezahlte Praktika, lange Arbeitszeiten, schlechte Einstiegsmöglichkeiten, noch schlechtere Einstiegsbezahlung mit hohen Anforderungsprofilen (Stichwort: “eierlegende Wollmilchsau”), viel zu viele Bewerber auf eine Stelle, aber das, was ich eben gelesen habe, haut dem Fass wirklich den Boden aus.

Ein Volontariat in München, natürlich befristet, ausgeschrieben mit 1000€ brutto und eines in Frankfurt am Main im ersten Jahr lediglich 800€ brutto und dann im zweiten Jahr 1000€ brutto. Wie stellen die sich das eigentlich vor? Wovon soll man denn da in Städten wie München und Frankfurt leben, von dem Aufbau einer eigenen Zukunft ganz zu schweigen? Von Luft und Liebe? Vom Lotto-Gewinn? Von den Eltern? Vom Partner?

Ich erwarte keinen Spitzenverdienst, aber eine angemessene Bezahlung. Eine Bezahlung von der man leben kann und die zeigt, dass der Arbeitgeber meine Arbeit wertschätzt.

Wenn ich so etwas lese, kriege ich langsam eine echte Wut im Bauch. Das kann es doch wirklich nicht sein.

Rayman, Globox und Co.

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Vor einiger Zeit habe ich Rayman Origins an der Xbox durchgespielt. Das Spiel macht super Laune, am meisten Spaß macht es zu zweit zu spielen. Für Mehrspieler ist das Spiel super geeignet und gerade in den schwereren Levels gegen Ende wird es dadurch einfacher.

Die Grafik ist sehr gut, die Charaktere lievevoll gestaltet, vor allem Globox besticht durch seinen tollpatschigen Charme und die Abwechslung der Levels mit Schatztruhenjagen, Moskitolevels und ähnlichen Überraschungen kurzweilig. Einziges Manko ist, dass der Schweregrad irgendwann überproportional ansteigt. Bei mir als Gelegenheitsspielerin ist da schnell die Frustrationsgrenze überschritten. Alleine hätte ich die letzten Levels aus Frust nicht geschafft.

Aber alles in Allem ein super Spiel. Ich freue mich schon riesig auf den Nachfolger Rayman Legends.

Vor ein paar Tagen hatte ich die Möglichkeit die Demoversion auf der Wii U auszuprobieren. Es hat wieder sehr viel Spaß gemacht, die Musik, die Grafik alles scheint zu stimmen.

Rayman Origins kann man auch auf der 3DS spielen. Allerdings gibt es für diese Version des Spiels keinen Kooperationsmodus, was ich sehr schade finde. Hoffentlich wird Rayman Legends auf der 3DS rauskommen, inklusive Kooperationsmodus mit Onlinefunktion.

Reflexion zu “”Eh? … mmmmm … uh … but … well … oooh!” – Philip Ursprung”

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Erschienen in: “Monopol – Magazin für Kunst und Leben” 15.11.2010

Philip Ursprung zeichnet in seinem Artikel die Geschichte des Künstlergesprächs nach. Er sieht einen Wandel der Auffassung der 40er und 50er Jahre des 20. Jahrhunderts, wo “das Geheimnis der Kreativität in der Arbeit im Atelier vermutet wurde”, hin zu einer Entwicklung in den 60er und 70er Jahren in denen die Aussagen des Künstlers in den Mittelpunkt rückten.

Er führt diese Entwicklung auf die sich veränderende Kunstszene zurück, in der sowohl der Kunstmarkt florierte, als auch ein immer größeres Publikum Interesse an moderner Kunst zeigte. Der Kampf um Deutungshoheit über die Kunst wurde zwischen Künstlern, Kritikern, Kuratoren und Händlern ausgetragen. Laut Ursprung wurden die Kritiker durch die Statements der Künstler als erstes verdrängt. Ihre Bedeutung schwand. Auch die Künstler selbst vermochten nicht die Deutungshoheit zu behalten. Der Sieger des Kampfes ist für Ursprung das Museum: “Von einem Ort der passiven Konservierung von Werten war es zu einem Ort der aktiven Produktion von Bedeutung geworden.”

Das Künstlergespräch war damit keinenfalls von der Bildfläche verschwunden, aber unter die Fittiche des Kuratoren geraten, “der allein entschied, wer wann sprechen durfte.” Wo es laut Ursprung heute noch ist.

Gedanken zu “Politik des Ausstellens” – Ludger Schwarte

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Politik des Ausstellens von Ludger Schwarte, in: Politik des Zeigens; Karen van den Berg, Hans Ulrich Gumbrecht (Hg); 2010:

Für Schwarte ist,

Das Ausstellen […] ein völlig anderes Spiel, ein anderer Akt als das Zeigen. (S.132)

Beim Ausstellen wird einem potentiellen Publikum etwas sichtbar gemacht. Erst durch den Akt des Zeigens jedoch, wird dieses Sichtbar-machen mit einer Intension belegt, eine Absicht formuliert. (S. 136) Entscheidend ist laut Schwarte die Öffentlichkeit, die mit dem Ausstellen erreicht wird:

Wenn ich einen Stein auf ein Podest stelle oder ein Bild mit einem Rahmen an die Wand hänge, dann habe ich noch nichts ausgestellt. (S.131)[…] Kunst gibt es überhaupt nur im öffentlichen Raum. (S.133)

Er argumentiert weiter:

Der Akt des Ausstellens lässt sich allein durch die Analyse der beteiligten Medien nicht begreifen. Anders gesagt: Ein Schaufenster oder ein Fernseher zeigen etwas, aber sie stellen per se nichts aus.Weder die Verwendung architektonischer Displays noch der Einsatz medialer Präsentationstechnologien kann veranlassen, dass eine Ausstellung stattfindet. Ein Schaufenster zeigt etwas, stellt etwas zur Schau, bewirbt etwas. Das Vorzeigen, das Schaustellen, das Preisgeben, das Anbieten und Werben ähneln dem Ausstellen zwar nicht nur hinsichtlich der verwendeten Medien; sie unterscheiden sich jedoch darin, dass sie den Adressaten zu etwas veranlassen wollen; sie sind zweckgebunden, erfüllen eine eindeutige kommunikative Funktion und definieren einen konkreten Adressatenkreis. Dies gilt nicht von der Ausstellung, die prinzipiell keine eindeutigen Adressierungen, Veranlassungen oder Zwecksetzungen vornimmt. (S.131)

Wieso Schwarte die Zweiteilung des Ausstellens und Zeigens bei der Verkaufsausstellung nicht gegeben sieht, leuchtet mir nicht ein. Wie er selbst schreibt, handelt es sich um die Zurschaustellung von etwas verbunden mit einer bestimmten Intension. Eine kommunikative Intension kann aber auch jeder Ausstellung unterstellt werden. Die Exponate werden nicht zufällig gewählt. Im Gegenteil es wird genauestens darüber nachgedacht, welches Objekt wie und wo ausgestellt wird. Insofern kann ich seine Meinung, die Verkaufsausstellung sei ein anderer Akt als der Akt der Ausstellung nicht teilen. Bei der Verkaufsausstellung ist die Intension klarer ersichtlich, um nicht zu sagen eindeutig. Jede Ausstellung wird mit einer eigenen Intension zusammengestellt, die der Besucher beim Gang durch diesselbe entschlüsseln muss. Die Dinge werden nicht alleine um des Ausstellens-willen ausgestellt. Das Sichtbar-machen ist untrennbar mit der zugrunde liegenden Intension verbunden.

Gemeinsamkeiten meiner Ausstellungen

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Was haben die Ausstellungen: “Mind Gap” in Oslo, “Die Leidenschaften – ein Drama in fünf Akten” und das deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven gemeinsam?

  • Sie sind in einzelne Stationen aufgeteilt, die es in dieser Reihe zu durchschreiten gilt, um die Ausstellung verstehen zu können.
  • Sie haben einen klar gesetzten Anfangs- und Endpunkt (wobei der Endpunkt nicht immer so deutlich hervor tritt). Besonders der Anfang ist eine Art Schleuse, in der man sich auf das Kommende einstimmt.
  • Sie nutzen narrative Strukturen um Emotionalität zu erzeugen.
  • Sie können als “begehbare Bühnenräume” (Milla) bezeichnet werden, tun dies teilweise auch selbst.
  • Sie sind erlebnisorientiert.
  • Dem Besucher wird eine Rolle zu gewiesen.
  • Der Besucher macht eine Entwicklung durch.

Alle diese Gemeinsamkeiten interessieren mich bei meiner Analyse. Wie kann ich sie subsumieren, auf einen Nenner bringen, der prägnant ausdrückt, was ich untersuchen werde? Diese Frage gilt es zu klären.

Ortserkennung durch Google Maps

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Eben wollte ich auf Google Maps eine Route berechnen lassen und war schockiert, als ich die Seite öffnete. Anstelle der üblichen Deutschlandkarte, wurde mein persönlicher Standort angezeigt. Google hat diese neue Funktion gestartet, um einen besseren Service zu bieten, wie sie schreiben. Damit man, wenn man nach “Pizza” sucht, nicht im ganzen Bundesgebiet Treffer angezeigt bekommt, sondern dort wo man sich gerade aufhält. Ermittelt wird der Standort über die IP-Adresse.

Ich finde das eine bodenlose Frechheit! Ich will nicht, dass Google meine IP-Adresse für solche Zwecke nutzt. Und das ist nicht mal alles. Man kann diese automatische Erkennung nicht abschalten, da Google sich ja weiterentwickeln und keinen Rückschritt machen will. Man kann lediglich den Standort ändern bzw. allgemeiner wählen. Dann wird aber in Zukunft immer dieser Standort als Startstandort angezeigt d.h. dass im Hintergrund auch wieder Daten gespeichert werden.

Aber genau das will ich ja nicht! Frechheit. Schön, dass es ja den Deckmantel des Service gibt, um solche Daten schamlos zu nutzen. Datenschutztechnisch finde ich das persönlich äußerst heikel.

Meinen Standort habe ich trotzdem geändert, nur um Google zu ärgern.